Für 375 Euro netto im Monat gibt es bei einem österreichischen Anbieter zwei Beiträge pro Woche, ein Konto und eine Stunde Community-Management. Für 4.500 Euro aufwärts beginnt bei anderen Agenturen die Performance-Betreuung für Onlineshops. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt Faktor zwölf – und der Unterschied steckt fast nie im Stundensatz, sondern in der Zahl der Stunden, die überhaupt in der Pauschale enthalten sind.
Die Spanne reicht von 250 bis über 4.500 Euro im Monat
Die Preise österreichischer Anbieter lassen sich einigermaßen sauber ordnen, wenn man die veröffentlichten Angebote nebeneinanderlegt. Alle folgenden Beträge sind Nettopreise, Stand August 2026.
Anbieter | Modell | Preis | Leistung |
|---|---|---|---|
Paket | ab 250 €/Monat | kleinstes Einstiegspaket | |
Paket | 375 / 750 / 1.500 €/Monat | 2, 4 bzw. 6 Beiträge pro Woche, 1 bis 3 Konten, 1 bis 3 h Community-Management pro Woche | |
Stundensatz | 75 €/h mit Bindung, 95 €/h ohne | Mindestabnahme 24 Stunden pro Jahr, Konzept ab 840 € einmalig | |
Paketstufen | 800-1.200 / 1.500-3.500 / ab 4.500 €/Monat | ein Kanal, zwei bis drei Kanäle, Performance mit Tracking | |
Paketstufen | 800-1.500 / 1.500-3.000 / ab 3.000 €/Monat | ein Kanal bis wöchentliche Produktion auf mehreren Kanälen |
Die Stundensätze liegen enger beieinander, als die Paketpreise vermuten lassen. LvB nennt 90 bis 160 Euro, Zenitblau 90 bis 150 Euro je nach Tätigkeit, einfachmarketing 90 bis 180 Euro mit 90 Euro für Account Management und 180 Euro für Strategie. Nach unten reicht die Skala bis 75 Euro, wenn man sich vertraglich bindet.
Rechnen Sie jede Pauschale in Stunden um
Das ist der einzige Vergleich, der bei Angeboten funktioniert, die unterschiedlich geschnitten sind. Teilen Sie den Monatspreis durch einen realistischen Stundensatz von 110 Euro und sehen Sie sich an, was übrig bleibt.
- 400 Euro ergeben rund dreieinhalb Stunden im Monat. LvB kommt bei 400-Euro-Paketen auf drei bis vier Stunden – also nicht einmal eine Stunde pro Woche.
- 1.000 Euro ergeben gut neun Stunden. Das reicht für einen Redaktionsplan, acht bis zehn Beiträge aus vorhandenem Material und einen kurzen Monatsbericht.
- 3.000 Euro ergeben rund 27 Stunden. Erst hier ist Platz für eigene Produktion, also Drehtag, Schnitt, mehrere Formate.
Halten Sie dieses Ergebnis gegen die Leistungsliste im Angebot. Das 375-Euro-Paket von Perspektiven Art enthält eine Stunde Community-Management pro Woche, macht gut vier Stunden im Monat – und in denselben 375 Euro sollen zusätzlich acht bis neun Beiträge, Stories, eine Monatsanalyse und ein Foto- oder Videodrehtag stecken. Rechnerisch geht das nur mit Vorlagen, Serienproduktion und einem Drehtag, der für mehrere Kunden gleichzeitig läuft. Das muss kein schlechtes Geschäft sein, wenn Sie Wiedererkennbarkeit brauchen und keine aufwendige Produktion. Sie sollten nur wissen, dass Sie es kaufen.
Was hinter den drei üblichen Paketstufen steckt
Fast alle österreichischen Agenturen schneiden ihr Angebot in drei Stufen, und die Grenzen liegen erstaunlich einheitlich.
Stufe eins: 800 bis 1.500 Euro
Ein Kanal wird bespielt, die Inhalte werden auf weitere Kanäle gespiegelt. Achten Sie auf das Wort spiegeln: Es heißt, dass derselbe Beitrag unverändert auf Instagram, Facebook und manchmal LinkedIn landet. Für ein lokales Geschäft ist das vertretbar, für B2B selten. Wer auf LinkedIn dieselben Bilder ausspielt wie auf Instagram, verschenkt die Reichweite, die dort tatsächlich zu holen wäre – über die Profile der eigenen Mitarbeiter zum Beispiel.
Stufe zwei: 1.500 bis 3.500 Euro
Zwei bis drei Kanäle mit eigenem Content, regelmäßige Drehtage, Reels statt Fotos. In dieser Stufe entsteht Material, das nur Ihnen gehört. Klären Sie hier die Nutzungsrechte an Fotos und Videos schriftlich, samt der Frage, was nach Vertragsende damit passiert.
Stufe drei: ab 3.000 bis 4.500 Euro
Mehrere Kanäle, wöchentliche Produktion, Tracking und laufende Optimierung. Diese Stufe rechnet sich nur, wenn am Ende ein messbarer Umsatz steht, also im Handel, im Onlineshop oder bei Verkäufen direkt im Feed. Für reine Markenbekanntheit ist das Geld in Stufe zwei besser aufgehoben.
Was zusätzlich zur Pauschale anfällt
Der Monatspreis ist selten der Gesamtpreis. Diese Posten kommen regelmäßig dazu:
- Einrichtung und Onboarding: 1.000 bis 2.000 Euro einmalig für Meta Business Suite, Werbekonten, Analytics und Shop-Anbindung. b83 verrechnet die Plattformeinrichtung mit ab 350 Euro pro Plattform, ein Social-Media-Konzept mit ab 840 Euro.
- Strategie: 1.500 bis 3.000 Euro einmalig, wenn Positionierung, Zielgruppen und Kanalauswahl sauber erarbeitet werden.
- Werbebudget: zahlen Sie immer direkt an Meta, TikTok oder LinkedIn. Es ist nie im Agenturhonorar enthalten. Seit 1. Juli 2026 verrechnet Meta für Anzeigen mit Zielland Österreich zusätzlich eine Standortgebühr von 5 Prozent, die Meta mit den nationalen Digitalsteuern begründet.
- Ad-Management: 15 bis 20 Prozent des Werbebudgets oder ab etwa 800 Euro im Monat als Pauschale. Bei kleinen Budgets ist die Pauschale teurer, bei großen die Prozentvariante.
- Videoproduktion: ab 2.000 Euro, sobald regelmäßig gedreht wird und nicht nur mit dem Handy.
Die Prozentvariante beim Ad-Management hat einen Haken, über den selten gesprochen wird: Sie belohnt höhere Budgets. Wer 20 Prozent auf das Werbebudget verrechnet, verdient an einer Budgeterhöhung mit. Ein Fixhonorar für die Betreuung nimmt diesen Zielkonflikt heraus.
Der Vergleich mit einer eigenen Kraft: 4.300 bis 5.350 Euro im Monat
Die Frage taucht in jedem zweiten Erstgespräch auf, und sie wird fast immer falsch gerechnet – nämlich mit dem Bruttogehalt statt mit den Vollkosten. Die belastbaren Zahlen dafür gibt es.
Der Kollektivvertrag für Werbung und Marktkommunikation Wien sieht in seiner ab 1. Mai 2026 gültigen Gehaltsordnung für Verwendungsgruppe 3 ein Mindestgrundgehalt von 2.844,20 Euro brutto vor, für Verwendungsgruppe 4 sind es 3.521,80 Euro. Eine Social-Media-Betreuung mit ein paar Jahren Erfahrung liegt in diesem Bereich. Dazu kommen 14 Gehälter und rund 30 Prozent Lohnnebenkosten aus Sozialversicherung, Dienstgeberbeitrag, Kommunalsteuer und Mitarbeitervorsorge.
Verwendungsgruppe 3 | Verwendungsgruppe 4 | |
|---|---|---|
Bruttogehalt pro Monat | 2.844,20 € | 3.521,80 € |
× 14 Gehälter | 39.818,80 € | 49.305,20 € |
+ 30 % Lohnnebenkosten | 51.764 € | 64.097 € |
Vollkosten pro Monat | 4.314 € | 5.341 € |
Bei einer Normalarbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche, also rund 167 Stunden im Monat, kostet die eigene Stunde damit 26 bis 32 Euro. Gegen 110 Euro Agenturhonorar sieht das nach einer klaren Sache aus. Ist es aber erst ab einer bestimmten Menge: 5.341 Euro entsprechen bei 120 Euro Stundensatz rund 44 Agenturstunden im Monat. Erst wenn Sie tatsächlich so viel Arbeit haben, wird die eigene Kraft rechnerisch günstiger.
Und die Rechnung hat drei Löcher. Urlaub, Krankenstand und Einarbeitung sind in den 167 Stunden noch enthalten, in der Realität nicht. Kamera, Licht, Schnittsoftware und Weiterbildung kommen dazu. Vor allem aber: Eine Person kann selten alles – Strategie, Text, Foto, Schnitt und Meta-Ads in einer Person ist die Ausnahme, nicht die Regel. Der ehrliche Mittelweg für die meisten KMU sieht deshalb so aus: interne Betreuung für Community-Management und Alltagscontent, Agentur für Produktion, Ads und Strategie.
Die Förderung, mit der viele Angebote werben, ist derzeit ausgeschöpft
KMU.DIGITAL taucht auf zahlreichen Agenturseiten als Kostenargument auf, oft mit Beträgen bis 7.400 Euro. Auf der offiziellen Programmseite steht dazu allerdings seit einiger Zeit ein deutlicher Hinweis: „Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft. Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist somit nicht mehr möglich.“
Die parallele Schiene KMU.DIGITAL & GREEN läuft für die Förderperiode weiter, verlangt aber einen Nachhaltigkeitsbezug des Digitalisierungsprojekts. Eine neue Tranche für das reguläre Programm ist frühestens für 2027 im Gespräch. Wer eine Förderung fest in die Kalkulation einplant, sollte das vor Vertragsunterzeichnung beim Fördergeber selbst prüfen und sich nicht auf die Werbeaussage einer Agentur verlassen. Ein Projekt vorzubereiten, damit es bei der nächsten Tranche startklar ist, schadet trotzdem nicht (Stand: August 2026).
Woran Sie ein zu billiges Angebot erkennen
Nicht der Preis ist das Problem, sondern die Lücke zwischen Preis und Versprechen. Diese fünf Punkte trennen ein knapp kalkuliertes von einem unseriösen Angebot:
- Keine Stundenangabe, nirgends. Seriöse Anbieter sagen entweder, wie viele Stunden enthalten sind, oder wie viele Beiträge in welcher Produktionstiefe. Wer beides offenlässt, kann nachher jede Leistungsmenge behaupten.
- Reporting fehlt oder heißt „auf Anfrage“. Ein monatlicher Bericht mit Reichweite, Interaktionen und Zuwachs kostet eine halbe Stunde. Wer ihn weglässt, will nicht gemessen werden.
- Zwölf Monate Bindung ohne Ausstieg. Drei Monate Anlaufzeit sind fair, danach sollte quartalsweise kündbar sein. b83 bindet zum Beispiel über eine Mindestabnahme von 24 Stunden im Jahr statt über eine Laufzeit – das ist die kundenfreundlichere Variante desselben Gedankens.
- Das Werbebudget steckt in der Pauschale. Dann sehen Sie nie, wie viel tatsächlich bei Meta landet und wie viel Honorar ist.
- Keine Regelung zu den Nutzungsrechten. Fotos und Videos, die Sie bezahlt haben, sollten Ihnen nach Vertragsende zeitlich und räumlich unbeschränkt zur Verfügung stehen. Das gehört in den Vertrag, nicht ins Vertrauen.
Für zwei Sonderfälle gelten eigene Rechnungen: Recruiting-Kampagnen misst man an den Kosten pro Bewerbung, Influencer-Kooperationen am Tausenderkontaktpreis. Wen Sie am Ende beauftragen, hängt stark von der Region ab – die Preise in Wien liegen spürbar über denen in der Steiermark oder in Kärnten, bei vergleichbarer Leistung.
Häufige Fragen zu den Kosten
Was kostet Social-Media-Betreuung für ein kleines Unternehmen?
Für einen lokalen Betrieb mit einem Kanal liegt die realistische Untergrenze bei 800 bis 1.200 Euro netto im Monat, wenn eigener Content entstehen soll. Pakete unter 500 Euro enthalten typischerweise drei bis vier Arbeitsstunden und funktionieren nur, wenn Sie Bildmaterial selbst liefern.
Sind die genannten Preise netto oder brutto?
Agenturpreise werden im B2B-Geschäft immer netto genannt, dazu kommen 20 Prozent Umsatzsteuer. Als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen zahlen Sie effektiv den Nettobetrag.
Ist ein Stundensatz oder eine Pauschale besser?
Die Pauschale, sobald die Arbeit regelmäßig anfällt – sie macht das Budget planbar und die Agentur muss den Redaktionsplan halten. Stundenabrechnung passt für Projekte mit klarem Ende, etwa eine Kampagne oder einen Kanalstart.
Kommt das Werbebudget zum Honorar dazu?
Ja, immer. Das Geld für Anzeigen geht direkt an die Plattform. Für ein spürbares Ergebnis auf Meta sollten Sie mit mindestens 300 bis 500 Euro Werbebudget im Monat rechnen, zusätzlich zum Honorar für die Betreuung der Kampagnen.
Wie lange dauert es, bis sich die Investition zeigt?
Für Reichweite und Interaktionen drei Monate, für messbare Anfragen sechs bis zwölf. Wer nach vier Wochen Ergebnisse verspricht, meint bezahlte Anzeigen – und die enden, sobald das Budget endet.
Was kostet nur die Erstellung einer Strategie?
1.500 bis 3.000 Euro einmalig für Positionierung, Zielgruppen, Kanalauswahl und Redaktionsplan. Ein reines Konzept ohne laufende Betreuung gibt es ab etwa 840 Euro.