Female Leadership - Im Gespräch mit Theresa Kaindl.

1. Erzähl uns von deiner Firma, deinem Projekt und deiner Vision davon?

Ich bezeichne mich primär als Fashion Fotografin. Seit Beginn fotografiere ich Menschen (Models) und verbinde dies mit der Mode. Ich denke, dass meine Stärke darin liegt Mensch und Mode zu einem Ganzen zu verbinden und diese Fusion auf meine unverwechselbare Art und Weise darzustellen.

Ich schätze mich sehr glücklich dass ich in jungen Jahren schon weltweit unterwegs sein durfte und Marken wie Montblanc, Peek & Cloppenburg, Wrangler Jeans, Fossil, …. zu meinen Kunden zählen darf. Zu sehen waren meine Fotografien untere anderem auch schon in der Vogue, Numeró, L’Officiel, L’Officiel HOMMES, Fucking Young Magazine, Diva, …

Ich liebe die Abwechslung und mag es ständig von spannenden Menschen aus aller Welt umgeben zu sein. Ich denke, das Netzwerken trägt auch viel dazu bei was ich bisher alles schon erleben durfte.

So versuche ich als Fotografin den Rahmen Bilder voller Visionen zu belichten und beleuchten. In dieser Vision ist aber nicht nur Raum für Fotografien sondern mittlerweile bringt es mich oft zu noch viel mehr. Ich bin sehr dankbar oft viel mehr als nur mein Auge teilen zu dürfen sondern auch mein Gespür für Ästhetik sehr geschätzt wird und ich so oft auch in Richtung Art Direction einiges machen durfte. Mein Traum handelt weiters von einem kleinen Hof mit einem großen Raum. Ein Raum für Fotografie und Künste aller Art, ein Raum für Begegnung, Austausch, Partizipation und Kunstvermittlung. Mal sehen was die nächsten Jahre noch alles bringen werden…

2. Gab es große Hürden beim Gründen? Was waren Stolpersteine - wie bist du gut durch diese Phase gekommen? Noch dazu wo du so jung warst/bist?

Die Entdeckung meiner Liebe, der Fotografie, war ein glücklicher Zufall. Meine damalige Lehrerin ermutigte mich bei einem Wettbewerb teilzunehmen. Das Ergebnis war, dass ich den Austrian Youth Championship Award zweimal hintereinander gewann.

Von da an ging es sehr schnell. Mein Vater kaufte mir meine erste Kamera, ich absolvierte mein Abitur, hatte meine erste Ausstellung und mein erstes Magazin Feature.

Daraufhin beschloss ich meinen Traum zu verfolgen und nach New York zu ziehen, wo ich es schaffte mir Kontakte zu Modelagenturen und wichtigen Leuten aus der Foto und Modeszene aufzubauen.

Nach einem sehr lehrreichen Jahr in New York, erhielt ich die Möglichkeit Vollzeit als Fotografin für eine Werbeagentur (Agentur-LOOP) in Salzburg zu arbeiten. Durch die Arbeit für LOOP kamen auch meine ersten Jobs für große Kunden, wie PUMA, Corona oder Skiny zustande. Nach einem Jahr entschloss ich mich jedoch meinen eigenen Weg zu gehen und somit bin ich seit Anfang 2017 damals 23 Jahren – selbständig.

Von dort an wo ich den Wettbewerb damals gewonnen hatte – ohne davor jemals intensiv fotografiert zu haben – hat sich in mir irgendwie etwas bewegt und ich wusste direkt dass dies nun mein Weg sein wird den ich von Beginn an sehr Ernst genommen habe. Ich glaube daran dass man Dinge anzieht und verwirklichen kann wenn man an sich und seine Vision glaubt und das ganze vor allem aus einer Leidenschaft heraus.

Rückblickend muss ich mich sehr glücklich schätzen dass sich irgendwie immer wieder neue Türen geöffnet haben wenn sich eine geschlossen hatte. Ich kann in dem Sinne nicht sagen das Stolpersteine auf meinem Weg waren bzw. glaube ich das aus Situationen wo man anfangs glaubt das sie Hürden sind diese oft einen erst Recht weiterbringen können, vielleicht in jedoch einen Andere Richtung die man sich Anfangs möglicherweise aber nicht vorstellen konnte.

3. Gab es jemals Selbstzweifel, wo holst du dir Support und Feedback? Wer ist dein schärfster Kritiker?

Irgendwie hatte ich von Anfang an dieses Bild von mir als Modefotografin im Kopf die weltweit auf einem großen Set umgeben von Leuten fotografieren darf. Ich habe immer daran geglaubt dass dies auch so sein wird. Selbstzweifel so wirklich hatte ich nie. Für mich war es wichtig mich nicht zu sehr mit denen zu vergleichen die ungefähr auf meinen Level waren sondern ich habe mich immer von den großen inspirieren lassen die das machen was ich machen möchte. Ich erinnere mich als ich damals begonnen hatte meine Website zu bauen und merkte das noch kein Stil zu erkennen war und ich Schwierigkeiten hatten meine Bilder gemeinsam auf einer Seite zu zeigen und es als schön zu empfinden so wie ich es bei den Anderen empfunden hatte. Ich denke mein schärfster Kritiker war ich somit immer selber.

Die beste Bestätigung waren eigentlich immer meine Jobs die auf mich zu kamen und wo ich eigentlich immer tolles Feedback erhalten hatte. Ich bin mit jedem Job gewachsen, mit jeder Anfragen, all den Vorbereitungen, Meetings und allem was dazugehört und das tue ich auch heute noch. Ich lerne von all den Menschen von denen ich umgeben bin, mit denen ich arbeiten darf. Ich finde es unfassbar wie man eigentlich unbewusst auch von Anderen lernen kann und so von Zeit zu Zeit wächst. Ich denke man hat nie ausgelernt und bei mir ist sowas von viel Raum noch nach oben und ich sehe noch einige Wege vor mir.

4. Was würdest du weiblichen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Just do it! Ich habe mich eigentlich nie wirklich benachteiligt gesehen als Frau.

5. Was würdest du Frauen generell mit auf den Weg geben?

Das einzige was ich schade finde das Frauen viel mehr füreinander sich noch einsetzten und Supporten könnten. Hier verspürt man eher noch das Gefühl von Neid. Davon habe ich mich aber nie wirklich beirren lassen und mir war und ist es wichtig das ich auch immer für ein Miteinander als ein Gegeneinander bin.
6. Ein Fehler der dich vieles hat lernen lassen, aber den du kein zweites Mal brauchst?

Mir ist es besonders wichtig selbstreflektiert, fair und ehrlich zu sein. Die Menschen um mich zu schätzen, Dankbarkeit zu zeigen und auch Vertrauen sollte an oberster Stelle stehen. Man lernt so viele Leute kennen mit so vielen Geschichten, kommt oft in unterschiedlichste Situationen. Aus Erfahrung habe ich gelernt, dass man wirklich darauf achten sollte mit wem man Dinge teilt und ob überhaupt. Wir alle begegnen sicher irgendwann einmal Menschen in unserem Leben die vielleicht nicht das Beste für uns wollen oder sind In Phasen wo wir vielleicht Dinge einmal nicht so klar sehen wie wir das wollen und vielleicht dann selber genau einen dieser Fehler machen. Ich finde es wichtig wenn man einmal einen Fehler gemacht hat dass man daraus lernt und auch dazu steht.

Selbsterkenntnis ist die Wahre Erkenntnis!

7. dein nächster Coup? Traum? Milestone?

In der Fotografie ist das mit Sicherheit, dass ich noch ganz viel mehr große Produktionen haben möchte und da gibt noch mehrere Brands die hier auf meiner Liste stehen. Weiters finde ich es spannend das ich immer mehr Interviews geben darf und auch immer wieder gefragt werde ob ich Motivations-talks abhalten kann. Irgendwie fände ich es spannend mal an einer Uni etwas vorzutragen.

8. Wie und wo finden wir dich online?

Instagram war eigentlich immer die Plattform wo ich jeden Teil habe lies an meinen ganzen Jobs und was ich so mache. Natürlich habe ich auch eine Website die ich versuche regelmäßig abzudaten und auch findet man mich auf der Website meiner Agentur Shotview bei der ich repräsentiert bin.

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