Female Leadership - Im Gespräch mit Lisa Schnedl

1. Erzähl uns von deinem Unternehmen und deiner Vision davon?

Ich habe nach 9 Jahren sicheren Langzeitjob mein Coaching-Unternehmen Jobwechsel.Akdademie e.U. (www.lisaschnedl.com) mitten im Lockdown 2020 gegründet.

Und mich mit der Gründung voll und ganz unserer beruflichen Selbstverwirklichung verschrieben.

Ich unterstütze sinnsuchende Führungskräfte und Geschäftsführer dabei, herauszufinden in welche Richtung sie beruflich wirklich wollen. Damit sie ihre next level BeRUFsziele im Einklang mit ihrer Persönlichkeit und Einzigartigkeit voller Klarheit setzen und erreichen. Auch wenn Veränderungsversuche bisher scheiterten und sie stets an denselben Fragen hängen geblieben sind.

Ist diese Klarheit geschaffen geht es in die konkrete Umsetzung. Ich begleite sie im nächsten Schritt bei der individuellen Karriereplanung oder bei der Gründung bzw. Neuausrichtung des eigenen Unternehmens. Alles für die berufliche Erfüllung mit Sinn in der neuen Arbeitswelt.

Meine Vision begann sich im Oktober 2016 zu formen. Ich las an diesem Freitag die Salzburger Nachrichten. Die Headline im Wirtschaftsteil „Firmen brauchen mehr HERZ“ fiel mir ins Auge. Der deutsche Business-Romantiker T. Leberecht forderte darin die Rückkehr der Empathie. Ab diesem Tag ließ mich diese Thematik nicht mehr los und ich begann über das Herz in der Wirtschaft nachzudenken.

Heute verstehe ich, was dieser Artikel in mir ausgelöst hat: Ich bin davon überzeugt, wenn wir beruflich das gefunden haben, wofür unser Herz brennt, entsteht Neues und Großartiges. Das sehen wir auch an dir, liebe Verena Kemperling, und an dem was du mit social. ins Leben gerufen hast. Das alles wäre nicht entstanden, wärst du nicht deinen eigenen, authentischen Weg gegangen.

Wenn wir finden wofür wir brennen – egal ob Business(gründung) oder Karriereleiter mit Sinn – können wir nicht nur uns selbst motivieren sondern auch andere inspirieren und begeistern. Ich nenne diese Menschen, die ihre Passion, Berufung gefunden haben und leben, Passion.Designer.

Was ist dein Passion.Designer?

  • Ein Passion.Designer gestaltet Arbeit so, dass er sie nicht mehr aus dem Leben verbannen möchte, sondern Kraft und Energie in ihr findet.
  • Er weiß was er will, hat Klarheit über seine berufliche Zukunft.
  • Er erkennt seine richtige Rolle und den Platz , an dem er sich am besten verwirklichen kann.

Das Leben ist viel zu kurz, um am Ende festzustellen: Hätte ich doch damals ….Leider lernen wir nicht schon früher in der Schule, wie wir unsere Berufung finden.  

Mein Ziel ist es daher, so viele Passion.Desginer wie möglich „auszubilden“. Und diese dann als Selbstständige oder charismatische New Age Emotional-Leader mit Herzblut in der Wirtschaft zu treffen.

Ich weiß, die Welt braucht Unikate, die mit ihrem Sein der Rationalität und Effizienz Empathie zur Seite stellen und mutig neue Wege gehen.

2. Gab es große Hürden beim Gründen? Was waren Stolpersteine - wie bist du gut durch diese Phase gekommen? Selbstzweifel?

Die schwierigste Phase war jene, als ich mich entschlossen habe meinen sicheren Langzeitjob zu kündigen, bis hin zum ersten selbstverdienten Euro. Natürlich war diese Phase von Selbstzweifel begleitet. Fest an meine Ziele zu glauben, die nur ich in dieser Form im Kopf hatte und noch keine sichtbaren Ergebnisse zu sehen waren. Kurz gesagt: Fest an die Vision zu glauben, während sich die Richtung im Gehen mehrmals änderte. Ich gebe zu, da kam der verlockende Gedanke: Lisa, geh doch wieder in ein Angestelltenverhältnis zurück – hier ist alles „sicher“.

Wie bin ich durch diese Phase gekommen? Ich habe als systemischer Coach viele hilfreiche Tools zur Hand genommen, um meinen Herzensweg treu zu bleiben. Ich habe meine (Teil)-Ziele nie aus den Augen verloren und bin drangeblieben. Egal was mir meine Komfortzone erzählte, ich habe sie fast täglich überwunden.

3. Work Life Balance? Wie schaffst du es zu brennen, aber nicht auszubrennen?

Ich bevorzuge den Begriff „Work Life Romance“. 😊

Worauf ich allerdings achte, um nicht auszubrennen? Ich achte darauf, dass in meinem Terminkalender hauptsächlich Termine stehen, die mir Freude bereiten und die mich meinem Ziel näherbringen. Zudem halte ich mir regelmäßig (Halb)Tage frei, an denen ich Zeit für meine Hobbies, Freunde und mein Patenkind Christoph habe. Ich sage zu Aufträgen auch nein und achte auf sogenannte „Affen“, die nicht zu mir gehören. (Das sogenannte Monkey Management). Ich betreibe „Badging“ (sinnvolles Stapeln von Aufgaben) und plane mein Jahr/Quartal/Monat und jede einzelne Woche am Sonntag im Voraus.

4. Was würdest du weiblichen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Warte nicht auf den perfekten Tag, um loszugehen. Denn der perfekte Tag wird nie kommen, außer du machst ihn dazu. Achte auf mögliche Ausreden, die du dir erzählst, warum du noch nicht bereit für den Sprung in die Selbstständigkeit bist. So etwas wie: Ich muss noch eine Ausbildung machen, bevor ich starten kann. Oder es muss erst die Website und das Logo fertig sein, bevor ich mich zeige usw. Ich weiß aus Erfahrung (mittlerweile über 700 Gründungsberatungen), dass fast jede am Anfang Selbstzweifel hat. Das ist normal – lass dich dadurch bitte nicht unterkriegen. Ich verspreche, dass sie gehen werden, sobald du die ersten Erfolge feiern kannst. Und ich feiere heute schon mit dir 😊

5. Was würdest du selbstständigen Frauen generell mit auf den Weg geben?

Ich habe festgestellt, dass ich trotz Euphorie für den BeRUF, nicht auf Zeiten für mich und meine Weiterbildung vergessen darf. Regelmäßige Supervision und Journaling helfen mir in meiner Kraft zu bleiben. Daher ist das das Erste, was ich ihnen mitgeben möchte. Äußerst wichtig finde ich, dass wir unseren eigenen Weg treu bleiben. Dass wir nicht aus den Augen verlieren, warum wir mit unserem Unternehmen angetreten sind und worauf wir als alte Frauen stolz sein wollen. Das verhindert eine „schlechte“ Kopie von jemanden anders zu werden und einen Weg einzuschlagen, der nicht unser eigener ist.

6. Ein Fehler der dich vieles hat lernen lassen, aber den du kein zweites Mal brauchst?

Ich habe es verabsäumt, mich VOR der Kündigung über ALLE Aufgaben einer Unternehmerin zu informieren. Speziell war mir nicht bewusst, wie viel Marketingwissen im Detail ich in der Selbstständigkeit schlussendlich brauche. Mir das Marketing Know How (erst NACH meiner Kündigung) professionell anzueignen war vor allem zeitaufwendig und auch kostspielig. Daher rate ich jedem, sich bereits vor der Kündigung – neben den klassischen Gründungsschritten, der Herzensgeschäftsidee, Vision und Mission – über beispielsweise Content(creation), Sogmarketing und vor allem über die Positionierung rechtzeitig einen Überblick zu verschaffen und sich die richtigen Fragen dazu stellen.

7. Dein nächster Coup? Traum? Milestone?

Mein Unternehmen durch weitere Kooperationen wachsen lassen, um das Wissen weiterzugeben, wie berufliche Erfüllung beim Einzelnen entsteht. Sodass am Ende die beruflichen Erfolgsgeschichten vieler Passion.Designer geschrieben werden können. Weil sie vor allem das Wissen, den Mut, das richtige Netzwerk, Mindset und den roten Faden dafür hatten.

Ein Traum von mir ist es eines Tages auf einem Seminar von Dr. Joe Dispenza in Mexico zu sein und mein Patenkind Miranda in Mosambik zu besuchen. Im Gepäck werde ich englische Kinderbücher haben, die ihr darüber erzählen werden (wenn sie lesen kann) dass jeder ein Unikat und richtig ist, so wie er ist.

8. Wie und wo finden wir dich online?

Meine Website und mein entwickeltes Passion.Design Modell für berufliche Erfüllung ist unter www.lisaschnedl.comzu finden.

Instagram @lisaschnedl.passiondesign

Facebook @lisaschnedl.passiondesign

LinkedIn: https://tinyurl.com/SchnedlLinkedIn

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