Female Leadership - Im Gespräch mit Cordelia Sadleder

1. Erzähl uns von deinem Projekt „Faircass“ und deiner Vision davon?

Nach 20 Jahren als Angestellte in einem Inkassobüro war es Zeit für eine Veränderung. Mein Wissen und meine Praxiserfahrungen motivierten mich zur Selbständigkeit. Außerdem strebte ich nach Unabhängigkeit und Entscheidungen eigenständig zu treffen und zu gestalten, kein Befehlsempfänger mehr zu sein. Im Job ist man oft blockiert. Neben dem Beruf habe ich ein Fernstudium in Wirtschaftsrecht absolviert, was auch noch eine gute Grundlage für die Selbständigkeit war. Dann hab ich mir gesagt, warum eigentlich nicht?

Jetzt habe ich mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten, die ich als Angestellte nie hatte.

Inkasso ist immer noch von einem falschem Bild geprägt. Russisch Inkasso oder der Schwarze Mann ist für jeden ein Begriff. Außerdem wird die Branche von Männern dominiert. Es wird Zeit, dass diese Branche von einer Frau aufgemischt wird. Fingerspitzengefühl, Diplomatie und Konsequenz verbunden mit entsprechendem Durchsetzungsvermögen sollen mein Erfolgsrezept sein.

2. Gab es große Hürden beim Gründen? Was waren Stolpersteine - wie bist du gut durch diese Phase gekommen? Selbstzweifel?

Konkrete Hürden gab es keine. Allerdings viel Bürokratie und lange Amtswege. Zum Beispiel hat es lange gedauert, bis ich meine Gewerbeberechtigung in den Händen halten durfte.

Den Schritt in die Selbständigkeit hatte ich mir gründlich überlegt. Mit dem Entschluss mein Unternehmen zu gründen, waren Selbstzweifel kein Thema mehr für mich. Euphorie und Erwartungen überwiegten. Sollten doch mal Zweifel aufkommen, habe ich viel Unterstützung von Familie und Freunden.

3. Was würdest du weiblichen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Gründlich Gedanken machen. Nicht einfach einen Laden eröffnen, weil man sich verwirklichen möchte. Nicht blauäugig sein. Die Bürokratie spielt eine große Rolle und es muss von langer Hand alles geplant werden. Bei mir war es leichter, weil ich in meiner Branche bleibe, aber wenn man sich komplett verändert ist das was ganz anderes.

Man sollte sich auch bewusst sein, dass man nun sein eigener Herr ist und sich keinen Schlendrian erlauben darf. Ich habe mir extra ein Büro gemietet und feste Bürozeiten, die ich einhalte.

Auch wenn das erste Ziel ein erfülltes Berufsleben sein soll, darf man nicht aus den Augen verlieren, wieviel Geld man monatlich verdienen muss, um gut davon leben zu können.

4. Was würdest du selbstständigen Frauen generell mit auf den Weg geben?

Sich selbst vertrauen und total überzeugt sein von dem was man tut. Nicht von anderen abschrecken und verunsichern lassen und weiter den Weg gehen, den man eingeschlagen hat.

Wenn man eine Idee hat nicht nur im Familien- und Freundeskreis besprechen, sondern auch fachliche Beratung einholen.

Sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Schon Friedrich Nietzsche hat gesagt: „Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“. Für mich ist das ein gutes Motto.

5. Ein Fehler der dich vieles hat lernen lassen, aber den du kein zweites Mal brauchst?

Am Anfang ist man voller Euphorie und man möchte am liebsten schon gestern anfangen. Man scharrt in den Startlöchern, bis man endlich loslegen kann. Aber man sollte auf keinen Fall etwas überstürzen und sich genau erkundigen, darf ich das oder verstoße ich gegen Gesetze? Vielleicht vorab sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen, um unnötiges Lehrgeld zu vermeiden.

6. dein nächster Coup? Traum? Milestone?

Ich stehe noch am Anfang, bin noch im Aufbau. Ich möchte viele Unternehmen davon überzeugen, dass FAIRCASS Inkasso die beste Wahl ist. Meinen Traum der Selbständigkeit habe ich mir erfüllt. Jetzt soll mein Projekt „FAIRCASS“  zu einer erfolgreichen Marke werden.  

7. Wie und wo finden wir dich online? Bitte nenne hier deine Insta und Facebook Kanäle sowie deinen Web Auftritt.

Mich findet man unter www.faircass.at und auf den Social Media Kanälen LinkedIn und XING.

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